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„Philosophische Peanuts“: Was, wer, warum?

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Wir informieren uns zu Tode

Zum Spielen mit Hintergrund möchte ich Sie einladen. Gehen Sie auf diesen Seiten spazieren. Und je nach Temperament und Einstellung werden Sie zustimmen oder auch empört widersprechen. Ich habe ein Motiv für die angebotenen Inhalte: Wie bescheiden auch immer, möchte ich meinen Beitrag leisten für zukunftsfähige Lebensstile. Das ist auch ein pädagogisches Programm. Und in meinem Engagement ist mir da sicher immer wieder das eine oder andere zu einer profanen Busspredigt verrutscht. Angesichts der verhandelten Sachen schimpfen Sie dann über den Autor. Die Thematik selbst ist damit allerdings noch nicht erledigt.

Die gegenwärtige Informationsflut ermöglicht keine schärfere Wahrnehmung der Wirklichkeit, keine vernünftigere Bewertung des Erkannten und schon gar nicht ein zweckmässigeres, d. h. sinnvolles Handeln.

Die modernen Informationen repräsentieren oft nur noch Tatsachen ohne Sinn, Wissen ohne existentiellen Rückbezug auf den Menschen.

Dieses Wissen wird dann zum Mittel, zum Instrument für Zwecke, die es nicht mehr reflektiert. Ein solchermassen instrumentelles Wissen schafft Erkenntnisse, die im Blick auf ihre Ziele ambivalent bleiben.


Folglich geht es in den philosophischen Peanuts nicht um die enzyklopädische Ordnung von Wissen überhaupt, sondern um ein Wissen, das, wenn es verstanden wird, hilfreich ist, Leben zu schützen, zu fördern und zu erheben. Kurz, und hier noch jedem Missverständnis ausgesetzt, es geht um Emporbildung durch besinnendes Denken, das dann zu vernünftigem Handeln führen kann.

Das alles soll anregen, aufregen, nachdenklich stimmen. Es ist ein Angebot. Mehr nicht.

Damit ist auch schon das erkenntnisleitende Interesse formuliert, das den Angeboten der "philosophischen Peanuts“ zugrunde liegt: Es ist das Interesse an Aufklärung, es ist ein recht verstandenes emanzipatorisches Erkenntnisinteresse. Solche emanzipatorischen Aufklärungsprozesse sind nichts Neues. Im Gegenteil: Für Viele heute gelten sie als überholt, wenn nicht sogar als gescheitert. Es wird also auch zu klären sein, wie und mit welchen Gründen hier am Projekt Aufklärung insoweit festgehalten wird, als der Prozess der Aufklärung als noch nicht abgeschlossen betrachtet wird. Wahrscheinlich ist er aus anthropologischen Gründen prinzipiell nicht abschliessbar. Auch darüber wird nachzudenken sein.

Was legitimiert die Anbieter, sich mit ihren „philosophischen Peanuts“ an die Öffentlichkeit zu wenden?

Auf keinen Fall kann uns der dann aberwitzige Anspruch legitimieren, selbst bereits zureichend Aufgeklärte zu sein. Wir alle sind Suchende und bleiben Suchende. Den antiautoritären Reflex postmoderner Denker teilen wir, ohne selbst Postmoderne zu sein. Wie solide auch immer unser eigener Standpunkt begründet wird, er sollte offen bleiben für die Sicht derer, die mit unserem Denken nicht verträglich ist. Wo diese Neugier auf den Andersdenkenden fehlt, denunziert sie die eigene Position als nur noch rhetorische Rechthaberei.

Es können also nur Denkangebote, Versuche, Essays geliefert werden, die, wenn es gut geht, bei der Leserin, beim Leser Anlass zu kritischer Selbstvergewisserung werden. Diese Selbstvergewisserung kann im Blick auf die geschichtliche Situation, in der wir heute leben, nur um den Preis von Zynismus und intellektueller Wurstigkeit beliebig bleiben. Angesichts der von Menschen verursachten individuellen Miseren und kollektiven Katastrophen tragen wir alle Verantwortung für ein gelingendes Leben, für das Überleben der Gattung Mensch und der diese Gattung tragenden Natur, und für ein Leben in Würde jedes Einzelnen. Das ist der zu begründende normative Anspruch, aus dem heraus hier gedacht wird.

Im mehrperspektivischen Wahrnehmen und durch die Schulung eines integralen Blickes soll es darum gehen, ein besinnendes Denken, ein vernünftiges Denken zuzulassen, um aus dem weiterhin nur krankmachenden Krisenmanagement des bloss rechnenden Denkens, der heute vorherrschenden lebensfeindlichen Rationalität, heraus zu finden. Es geht also um nichts Geringeres als die gemeinsame Suchbewegung nach zukunftsfähigen Lebensstilen für eine befriedetere und gerechtere Welt.

Wer sind die Anbieter der Denkanstösse?

Es ist vor allem ein  Professor, der inzwischen im Ruhestand ist. Beigezogen werden Texte von Kollegen und Schülerinnen und Schülern, die zum Teil ihrerseits bereits wieder in der Lehre tätig sind. Sie alle eint ein Ordnungskonzept, das es ihnen erlaubt, sich und diese Welt so zu verstehen, dass die Kategorie „Zukunft“ nicht für das Linsengericht unserer nur ökonomischen Wohlfahrt leichtfertig verraten wird. Das Konzept selbst wurde im Verlauf von vier Jahrzehnten an den Pädagogischen Hochschulen Lörrach, Karlsruhe und Freiburg i.Br. ausgearbeitet und immer weiter entwickelt ( Vgl. die "Literaturliste" ). Es ist bisher noch nicht zusammenhängend veröffentlicht worden. Und auch hier werden nur Mosaiksteine des ganzen Konzeptes angeboten werden können.


Metaphysische offene integrierende Pädagogische Anthropologie

Das theoretische Konzept selbst, hinter dem alle Aussagen versammelt werden, trägt den einschüchternden akademischen Titel: „Metaphysisch offene integrierende Pädagogische  Anthropologie“. Was das im einzelnen bedeutet, wird  im Laufe der Zeit auf diesen Seiten erörtert werden. Hier nur schon dieses: Es geht um ein Verstehen dessen, wer oder was der Mensch sei ( „Anthropologie“ ; anthropos – der Mensch; Anthropologie – Lehre vom Menschen ). Zu diesem Verstehen gehört die Einsicht, dass wir Menschen geschichtlich immer unterwegs sind, als Gattung wie auch als Einzelwesen. Wir durchlaufen also kollektive und individuelle Bildungsprozesse ( deshalb: „Pädagogische“ Anthropologie; Pädagoge – der „Knabenführer“, der Kindererzieher ). Aus dieser Geschichte heraus sind dann unterschiedliche, sich zum Teil radikal widersprechende Entwürfe vom Menschen entstanden. Diese Vielzahl der Bilder vom Menschen waren und sind der tiefere Grund für die Kette der nicht enden wollenden Auseinandersetzungen, Kämpfe und Kriege, von denen die Geschichtsbücher Kunde geben. Lassen sich diese widersprüchlichen Menschenbilder auf ihre innere Struktur hin durchschauen und in ihrer Genese und Geltung so zuordnen, dass ein neues umgreifendes Verständnis vom Menschen möglich wird ( „integrierende“ Pädagogische Anthropologie; integrieren – die unterschiedlichen Entwürfe vom Menschen in ein übergeordnetes Ganzes aufnehmen )? Bei solchen Integrationsversuchen scheitert man immer wieder an den metaphysischen Entwürfen von Welt, Mensch und "Gott". Geoffenbarte Wahrheiten sich absolut setzender Konfessionen führen statt zum Frieden nur zum Krieg.  Gibt es, jenseits theozentrischer Deutungen, innerweltlich, anthropozentrisch, eine Vereinigungswahrheit, aus der heraus religiös-fundamentalistisches Denken und Handeln überwunden werden kann ( „metaphysisch offene“ integrierende Pädagogische Anthropologie; metaphysisch – jede mögliche innerweltliche Erfahrung überschreitend; metaphysisch offen: solche Erfahrung überschreitende Aussagen als blosse Deutungen offen lassend )?  Im Bemühen, auf diese anspruchsvolle Problematik eine tragfähige Lösung zu finden, haben wir uns gefragt, was müssen wir wissen, um ein gelingendes Leben führen zu können?


Nochmals und in aller Deutlichkeit


Mit den „philosophischen Peanuts“ wird der Versuch gemacht, ein existentielles Verstehen von Mensch, Welt und „Gott“ anzubieten. Dies geschieht aus den Blickwinkeln und Temperamenten einiger Zeitgenossen, die sich im Laufe von Jahrzehnten im besinnenden Denken geübt haben. Was dabei herauskam und hier öffentlich gemacht wird, ist lediglich ein Angebot.

Wer über die "philosophischen Peantuts" hinaus ausführlicher informiert werden möchte, der mag sich im "Haus-des-Verstehens" weiter umschauen. Das Haus selbst ist längst noch nicht fertig. Es wird auch nie fertig werden. Das liegt in der Natur dieses Projektes. Wer zukunftsfähige Lebensstile sucht und begründen möchte, der verfügt über kein Herrschaftswissen, also auch nicht über fertige Antworten.


Peter Kern



 


Zufällig ausgewählte Glosse

“Wunder beweisen nichts für die Richtigkeit eines ethischen Systems.” Kurt Tucholsky.